Bambi Babbelschnute erzählt
Shoppingtour mit Frauchen – anders als gedacht

Hi Kumpels,                                                     

also, was mir neulich mit meinem Frauchen passiert ist, Ihr werdet es sicherlich nicht glauben! Hatte ich mich schon gefreut, als es hieß, wir Zwei gehen gemeinsam auf Shoppingtour. Naja, ich hatte mich da natürlich auf einen der großen Futtermärkte eingerichtet –  aber Fehlanzeige. Fand ich mich doch plötzlich mit Frauchen im Baumarkt wieder.

Tsetsetse….. habe ich ja erst so gar nicht kapiert, was wir da wollten. „Wart‘s mal ab“ sagte Frauchen, „wirst schon sehen“.  Aber ich glaube, ich erzähle Euch erst mal die Vorgeschichte, damit Ihr alle den Sinn von unserem Einkaufsevent auch versteht.

Es war Winter und wir hatten mal wieder Mäuse in der Garage. Frauchen war total genervt. Nicht nur, dass die dauernd unser Futter anknabberten….. nein,  die waren auch noch schlau. Als Tierschützer stellt Frauchen natürlich nur Lebendfallen auf, mit Schokolade, weil die fressen Mäuslein doch so gerne. (Das Angebot von mir und der Katze doch einfach mal in der Garage zu übernachten und unsere Vorräte selbst zu bewachen, wurde von Frauchen schlichtweg ignoriert.)  Leider war unsere Lebendfalle inzwischen aber etwas altersschwach. Dreimal war die Falle leer – keine Schokolade und auch keine Maus. Es half nix, eine Neue musste her. Also stand der Gang in den Baumarkt an.  Genau  – und da ich durfte mit.

So marschierte ich mit Frauchen suchend durch die Gänge. Man, war das langweilig und dieser Geruch nach Renovierungsmaterialen nichts für meine empfindliche Nase.

Inzwischen stand Frauchen schon gute zehn Minuten vorm Fallen-Angebot und schüttelte zunehmend den Kopf. Sah man doch nur diese ekligen Tötungsfallen und Giftköder.  

Sie seufzte: „Es hilft wohl alles nichts Bambi,  wir müssen das Personal fragen.“

Bis jetzt verstand ich Frauchen nicht, was sollte daran so schwer sein? Sonst ist sie doch – genau wie ich – nicht auf den Mund gefallen.

Frauchen beäugte ausgiebig die vorhandenen Mitarbeiter, guckte sich einen aus und schritt zur Tat:

„Entschuldigung, ich suche Mausefallen.“

„Ja, kein Problem, kommen sie mit, ich zeige sie Ihnen!“ Eh ich mich versah, standen wir zu dritt vorm demselben Regal wie eben und erhielten ungefragt eine Einweisung in die Benutzung von Bügelfallen.

„Nein, nein….ich suche Lebendfallen.“ konterte Frauchen.

„Lebendfallen für Schadnager ???“ 

Der bis eben noch freundliche Baumarktmitarbeiter schaute entgeistert, als käme Frauchen vom anderen Stern.

So langsam spürte ich, wie bei Frauchen der Adrenalinspiegel stieg. Sie setzte ihr selbstbewusstes Tierschutz-Gesicht auf – schließlich ist man ja geschultes Vermittlungspersonal und somit gewohnt häufig für seine Meinung als bekloppt abgestempelt zu werden – und holte zum Gegenschlag aus.

Sie nahm den abschätzig blickenden Verkäufer diskret  zur Seite und meinte belehrend:

„Wissen Sie, meine Hunde – und dabei warf sie mir einen liebevollen Blick zu  – fressen sie aber nur lebend. Und mal ganz im Ernst, immer die teuren überschüssigen Meerschweinwelpen vom Gartenmarkt nebenan kann man sich doch auf Dauer nicht leisten.“

Ich war hin und weg – ich kriege sie doch, aber alleine, muss nicht mit der Katze teilen!

Stolz marschierte ich  mit erhobenem Haupt und zwei neuen Lebendfallen im Einkaufskorb mit Frauchen zur Kasse, und zurückgelassen  haben wir einen  definitiv sprachlosen Baumarktmitarbeiter mit Schnappatmung.                                                   

 Ach ja… zwei Tage später und die Maus saß in der Falle.

Ich durfte sie natürlich nicht haben, hat mir Frauchen  aber erst hinterher erklärt.

Sie wollte nur den Verkäufer für seine blöde Bemerkung ärgern. Und weil sie genau mit solch einer Reaktion gerechnet hatte, durfte ich eben mit zum Einkauf.

Hättet mal sehen sollen, wie schnell unsere Garagenmaus im Garten aus der Falle gerannt ist und hüpfend im nächsten Holzstapel verschwunden war.

Aber etwas hat die Shoppingtour auch für mich gebracht. Ich habe nämlich einen extra großen Kauknochen für meine Hilfe bekommen und selbstverständlich mit Jule geteilt.

 

Empfohlene Beiträge:  Der Akita Inu, ein etwas anderes Rasseportrait

Schmatzende Grüße

Eure Bambi  

© Andrea Feder

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