Dog – Talk

Meine Hunde sprechen mit mir – klar und deutlich. Vor allem Jasper. Natürlich sagt er nicht wortwörtlich: He, Türöffnerin, walte endlich deines Amtes. Ich habe draußen ein dringendes Geschäft zu erledigen.
Das macht er viel dezenter.

Und auch seine anderen Wünsche und Bedürfnisse wie z.B. “Komm spielen”, “Lass mal ein Leckerchen rüberwachsen” oder “Der Postbote kommt. Ich will sofort ans Küchenfenster und ihn verbellen” weiß er klar auszudrücken.

Bei Ylva ist das anders. Sie ist kein “normaler” Hund, wie in der Vorstellung schon erwähnt. Aber inzwischen habe ich gelernt, sie auch ohne “Worte” ihrerseits zu verstehen. Und sie versteht mich. Wenn Jasper sich beispielsweise an der Gartenhecke mal wieder ein Bellduell mit der Nachbarshündin liefert und ich ihn reinholen will, steht sie schon in vorauseilendem Gehorsam im Vorraum. Auch wenn ich noch gar nichts gesagt habe und Jasper mich noch nicht einmal bemerkt hat. Sie dürfte dann eigentlich noch draußen bleiben. Aber ohne Jasper – nee….

Überhaupt registrieren beide sofort meine jeweilige Stimmung, egal ob Freude, Trauer, Sorgen oder schlechte Laune. Obwohl – die schlechte Laune ist sofort dahin, wenn ich die beiden Fellnasen sehe.
Die Freude teilen sie mit mir und bei Trauer und Sorgen versuchen sie mich zu trösten. Also eigentlich herrscht eine perfekte Kommunikation zwischen uns.

Aber Hunde können nun mal nicht wirklich sprechen. Da sie jedoch sehr intelligent sind und viel mehr können, als man ihnen allgemein zutraut, soll sich das demnächst in gewisser Weise ändern. Denn mit den Wearables (tragbaren Computersystemen), mit denen Melody Jackson, die Expertin für Bio-Schnittstellen an der Georgia-Tech-Hochschule in den USA arbeitet, können zum Beispiel Hunde im Notfall einen Menschen aufsuchen und dann an einem Hebel ziehen oder eine Taste drücken, die eine Audionachricht abspielen lässt: “Mein Herrchen braucht Hilfe!”

Die Forscher testen verschiedene Möglichkeiten, damit Hunde diese Wearables bedienen können. Sie orientieren sich dabei an den natürlichen Fähigkeiten der Tiere und experimentieren mit Sensoren, die durch Ziehen mit den Zähnen aktiviert werden, durch Beißen und Festhalten oder durch Kopfbewegungen und Stupser mit der Nase. Erstaunlich war bisher in allen Versuchen, so Jackson, wie schnell die Hunde die entsprechenden Gesten verinnerlicht hatten und umsetzen konnten.

Theoretisch könnten natürlich alle Hunde (und andere Tiere) diese Systeme tragen. Die Forscher wollen damit jedoch zunächst einmal den Dienst der Arbeitshunde wie z.B. Sprengstoffhunde, Lawinen-Suchhunde und Epilepsiehunde verbessern und erleichtern.

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