Bettina Pinnekamp
Liebeserklärung an (m)einen alten Akita

In unserem fast zwanzigjährigen Zusammenleben mit Akitas
haben wir alle Entwicklungsphasen mit unseren Hunden durchlebt,
vom Welpen zum Junghund, von erwachsenen zum alten
Hund, wir haben Gesundheit und Krankheit, Alter und Tod mit
ihnen geteilt. 
Wobei für mich die inhaltsreichste Zeit dann beginnt,
wenn die Hunde ein Alter von etwa drei bis vier Jahren
erreicht haben. Ganz besonders faszinierend ist für mich der
wirklich alte Hund. Das erscheint anderen vielleicht seltsam. Ist
doch die Beschäftigung mit einem jungen Hund – lustig, verspielt
und niedlich, wie er ist – etwas, was wirklich Spaß macht.
Aber es ist doch so, dass die Beziehung zu diesem kleinen Hund
gerade erst beginnt. Wir wissen wahrscheinlich schon, ob wir
einen temperamentvollen Rassevertreter bekommen haben
oder einen eher ruhigen, wir haben erste Eindrücke gesammelt,
aber ansonsten ist dieser junge Hund noch wie ein Buch mit
leeren Seiten. Schauen wir ihm in die Augen, sehen wir Neugier,
Unternehmungslust, gepaart mit ein bisschen Ängstlichkeit und
viel Wissbegierde.
Sehen wir einem alten Hund in die Augen, sehen wir die
Weisheit und Abgeklärtheit der Kreatur, etwas, was tief in uns an
verborgene Lebensquellen und Erfahrungen rührt. Das Wissen
um alle Freuden und Leiden dieser unserer Welt. Um es etwas
weniger pathetisch auszudrücken: Ein alter Hund hat, wie ein
englischer Tierarzt in seinem Buch über alte Hunde schreibt,
zuweilen das würdevolle Gehabe eines Erzbischofs, und ein alter
Akita, ist doch diese Rasse bekannt für ihren Stolz und ihre
Würde, erst recht.

Alte Hunde entwickeln Marotten, Eigentümlichkeiten, genau
wie alte Menschen. Sie werden zu unverwechselbaren
Persönlichkeiten. Die körperlichen Aktivitäten mit dem alten
Hund sind vergleichsweise reduziert, gespielt wird auch sehr
viel weniger, aber das alles wird aufgewogen durch die gewachsene
Beziehung, die sich in stillschweigendem Einverständnis
ausdrückt. Man kennt sich durch und durch. Jede unserer
Handhabungen kann so ein alter Hund deuten, er weiß genau,
wann wir uns freuen und wann wir traurig sind. Er weiß, wenn
wir einen bestimmten Koffer zur Hand nehmen, dass wir ohne
ihn verreisen werden, und setzt den traurigsten Hundeblick auf,
den er zu bieten hat. Er weiß, bei welchem Tonfall er sich wirklich
schleunigst zu bewegen hat und wann er sich noch etwas
Zeit lassen kann. Das ist über viele Jahre gesammeltes Wissen
und es macht diesen alten Hund zu einem unverwechselbaren
Gefährten.

Dabei beginn das Älterwerden schleichend, fast unmerklich
stellen sich die ersten Anzeichen ein. Als Erstes fällt auf, dass
das Aufstehen langsamer vor sich geht, nicht mehr schwungvoll
mit dem ganzen Körper, sondern etwas steif, zuerst die Vorderbeine,
dann, mit deutlicher Anstrengung, werden die Hinterbeine
nachgezogen. Das Ersteigen von Treppen fällt zunehmend
schwerer. Eines Tages klappt dann der gewohnte Sprung ins
Auto nicht mehr so recht und einige Zeit später muss man den
Hund schon ins Auto heben. Irgendwann wird auch die Rute
nicht mehr stolz hochgerollt getragen, sondern hängt herunter,
bei unserem Taiko war das im dreizehnten Lebensjahr. Die Spaziergänge
werden immer kürzer und in gemächlicherer Gangart
zurückgelegt. Eine angenehme Begleiterscheinung war bei uns,
dass die durchaus vorhandene Rauflust geringer wurde, andere
Hunde, auch Rüden, wurden gelegentlich sogar freundlich begrüßt.

Nach und nach stellen sich weitere körperliche Gebrechen
ein, und schmerzlich berührt nehmen wir jedes dieser Anzeichen
wahr. Man weiß ja ganz genau, dass die gemeinsame Zeit
sich ihrem Ende nähert. Natürlich lässt man alles, was möglich
und sinnvoll ist, vom Tierarzt behandeln und doch ist da eine
höhere Macht am Werke, die nicht aufzuhalten ist.
Unser erster Akita Taiko wurde fast vierzehn Jahre alt. Im
letzten Jahr trottete er nur noch ganz langsam den gewohnten
Spazierweg, aber er bestand bis zum Schluss darauf. Ebenso
stakste er jeden Abend die zwei Treppen hoch zu seinem gewohnten
Schlafplatz in unserem Schlafzimmer. Er fraß gut,
freute sich über jeden Besucher und genoss es, wenn man sich
mit ihm beschäftigte.

Das Ende kam dann für uns alle ganz unerwartet. Ohne irgendwelche
Vorboten fing er an, sich völlig verwirrt im Kreise
zu drehen, stieß mit dem Kopf gegen Tisch und Wand und fiel
dann schließlich um. Nach kurzer Bewusstlosigkeit war er nicht
mehr in der Lage aufzustehen, auch nach einer starken Spritze
von der Tierärztin lag er nur noch still und ergeben da. Es war
deutlich zu spüren, dass er mit allem abgeschlossen hatte. Auch
unser damals dreijähriger Tora ging nicht mehr zu ihm hin.
Und so mussten wir das Ende eines langen Hundelebens auch
für uns akzeptieren.

Jeder Hundebesitzer, der schon einen Hund verloren hat,
weiß, wie weh so ein Abschied tut und dass man eine Weile
braucht, um ihn zu verkraften. Taikos Leine hängt noch immer
an ihrem ganz bestimmten Haken, auch heute noch, nach fast
fünf Jahren, und ein kleines Bildchen von ihm darüber.
Herausgegeben von Beate Pürner
erschienen in Bücher für tierliebe Menschen im Mariposa Verlag
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Der AnfangHuskyhündin Jaska

Heute lebe ich genau 3 Monate bei Ronald, Christa und meinem 4-beinigen Kumpel Ronny.
Und ich kann mich nicht beklagen; alle gehen sehr lieb mit mir um. Aber wirklich heimisch fühle ich mich hier noch nicht.
Mag wohl daran liegen, dass sich in der letzten Zeit meine Lebensumstände immer wieder geändert haben.

Der Mensch, das unbekannte WesenDer Mensch, das unbekannte Wesen

Ich hab’s ja immer schon gesagt: Jassi, die kleine Kröte, ist mit allen Wassern gewaschen. Jetzt sogar mit Ruhrwasser. Da gerät sie schon in Panik, wenn ihr nur die Füße gewaschen werden sollen. Und ins Wasser gehen? Oh nein, könnte ja nass sein. Aber kaum sieht unsere kleine Jägerin ein Entenpaar auf der Ruhr schwimmen, schon ist sie drin in den Fluten und fast auf der anderen Uferseite. Unser Boss hatte in Gedanken schon die Suchanzeige formuliert: „Husky-Hündin entschwommen …..“

Die KillerkatzeDie Killerkatze

Und es gibt sie doch, die Killerkatzen und Kampfkater, von denen uns die großen Pelzgesichter erzählt haben, als wir noch Welpen waren. Wir haben damals alle gedacht, die Geschichten gehören ins Reich der Märchen, wollten den alten Herrschaften aber nicht den Spaß verderben. Deshalb haben wir bei den Erzählungen so getan als gruselten wir uns ganz fürchterlich, innerlich wurde aber immer mächtig gefeixt. Doch am Mittwoch habe ich eine leibhaftige Killerkatze gesehen!

Die CouchDie Couch

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich Ronny, meinen Lebensabschnittsgefährten, wirklich mag. Doch – ich mag ihn sogar sehr. Aber manchmal kann er mir auch den letzten Nerv rauben…
Da ist zum Beispiel die Geschichte mit meiner Couch. Jawohl, ich besitze eine eigene (!) Couch.

Ronny auf AbwegenHuskyhündin Jaska

Da mokierte sich unser Ronny doch neulich über meinen Antrittsbesuch bei unseren neuen Nachbarn.
Für mich ist es eben ein Gebot der Höflichkeit, kurz auf einen Hundekuchen vorbeizuschauen und mich vorzustellen. Man erkundigt sich nach dem Befinden der werten Familie und kann gleich einmal nachhaken, wie es denn so mit der Tierliebe allgemein bestellt ist. Gibt es evtl. Haustiere, vielleicht sogar süße, knuddelige Kaninchen oder etwa gar niedliche ZWERGZIEGEN???

Die SpaßbremseHuskyhündin Jaska

Also – etwas peinlich ist mir die Geschichte ja schon. Aber andererseits finde ich, dass ich mich völlig normal verhalten habe. Schließlich bin ich nun mal eine Huskydame mit ausgeprägtem Jagdinstinkt. Manche Leute wissen so etwas zu schätzen. Nur mein restliches Rudel leider nicht.

Ach, was soll`s. Ich schreibe jetzt einfach mal, wie es war…