Wolf Pumpak darf nicht getötet werden

Innerhalb von nur dreieinhalb Tagen hat eine bundesweite Wolfsschutz-Initiative über
14.300 Unterschriften mit ihrer Petition „Wolf Pumpak muss weiterleben“ gegen den Abschuss des Jungwolfes „Pumpak“ in Sachsen gesammelt (www.change.org/Pumpak ). Die Petition richtet sich gegen eine Abschussgenehmigung im Bereich Görlitz in Sachsen, die von der Sächsischen Landesregierung gegen geltendes EU-Recht verhängt wurde. Der Wolf hat bislang keinerlei Auffälligkeiten gezeigt. Auch die Naturschutzverbände IFAW, NABU und WWF kritisieren die Abschussfreigabe aufs Schärfste und sprechen von einer „politisch motivierten“ Entscheidung, der es an jeder naturschutzfachlichen Grundlage mangelt.“ 


Obwohl die Sächsische Landesregierung die Naturschutzverbände dazu hätte mit einbeziehen müssen, habe Staatsminister Thomas Schmidt selbstherrlich den Abschuss freigegeben. Selbst der Bürgermeister von Görlitz, Ralf Bremer, sei nicht informiert worden. 

Das Land Sachsen hatte die Abschussgenehmigung für den Jungwolf am vergangenen Donnerstagabend erteilt, ohne sich an die Gesetzesgrundlagen (Wolfsmanagementplan) zu halten. Demnach, so Sommer (Sprecherin der Initiative), dürfe nur eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, wenn von dem Wolf nachweislich eine Gefahr ausgehe. Das sei bei dem Jungtier „Pumpak“, das ursprünglich aus Polen stamme und im Kreis Görlitz auf der Suche nach Abfällen gesehen wurde, nicht der Fall.

Der Wolf hat europaweit unter den Tieren mit den höchsten Schutzstatus. Wie die Sprecherin der Wolfsschutz-Initiative, Brigitte Sommer, erklärt, würden Lobbyverbände aus Politik, Nutztierhaltern und Jagdverbänden ständig daran arbeiten, diesen hohen Schutzstatus des Wolfes aufzuweichen. Ihr Motto sei schießen statt schützen. Für die Mitglieder der Wolfsschutz-Initiative gibt keinen rationalen Grund, einen Wolf zu töten, nur weil er sich in „seiner Freiheit“ bewege. Wie Sommer betont, sei der Wolf nach dem Washingtoner Artenschutz-abkommen sowie nach der Berner Konvention eine geschützte Tierart.

Zwar bestehe die Möglichkeit, dass der knapp zweijährige Rüde durch einen polnischen Förster mit Futter versorgt worden sei, bewiesen sei dies allerdings nicht. Dafür gebe es Beweise, dass „Pumpak“ für Menschen nicht gefährlich wurde. Sobald er Menschen oder deren Hunde wahrnehme, flüchte er. Sommer betont, dass dieses Verhalten bei allen Wölfen vorhanden sei, da sie Menschen nicht als Beute ansehen, Angst vor ihnen haben und fliehen. 

Laut aktuellen Monitoring-Daten zur Verbreitung des Wolfes, die das Bundesamt für Naturschutz im September 2016 vorgestellt hatte, leben in Deutschland derzeit 46 Wolfsrudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere. 

Brigitte Sommer: „Die vielen Kommentare auf der Petitionseite ermutigen uns, nicht zu resignieren und für das Leben von Wolf „Pumpak“ einzutreten. Es gibt Alternativen zum Töten, und solange diese nicht ausgeschöpft sind, gibt es keine Gründe es zu tun.“

 

Kontaktdaten:
Volker Vogel
Tel. 06181/96 91 530
Mobil: 0176/510 63 334
E-Mail: volkervogel@yahoo.de
oder: Brigitte Sommer
Tel. 06181/966 716
E-Mail: brigitte.k.sommer@t-online.de

 

Empfohlene Beiträge:  Nothilfe Polarhunde Nord e.V.

 

 

 

Nachtrag: Pumpak wurde während der genehmigten Abschusszeit nicht erlegt. Die Genehmigung wurde nicht verlängert, so dass die Hoffnung besteht, dass er noch lebt.

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