Ein schickes Halsband statt Kochtopf
Wandel im Land der Hunde-Esser

China befindet sich auf vielen Gebieten im Wandel. Davon betroffen ist auch die uralte Tradition des Verzehrs von Hundefleisch. Bereits im 4. Jahrhundert vor Christus wurde Hundefleisch vom Philosophen Mengzi empfohlen. Die traditionelle chinesische Ernährungslehre schreibt diesem Fleisch eine wärmende Wirkung zu, so dass es in China gern im Winter gegessen wird. Aber nicht überall in China steht Hund auf der Speisekarte. Das ist vornehmlich im Süden des Landes der Fall.

Doch auch hier hat sich inzwischen einiges geändert. 2016 unterschrieben zum Beispiel 11 Millionen Chinesen eine Petition gegen das Yulin-Festival. Dieses Festival findet seit 2009 jährlich anlässlich der Sommersonnenwende vom 21. bis 30. Juni statt und wurde als Touristenattraktion ins Leben gerufen. Hierfür werden etwa 10.000 Hunde (und Katzen) geschlachtet. In diesem Jahr sollte der Verkauf eigentlich verboten werden, was jedoch nicht der Fall war. Allerdings wurde das Festival nicht mehr mit diesem Fleisch als Attraktion beworben.

Woher kommen die getöteten Tiere?

Woher kommen eigentlich die ganzen Tiere, die für den Fleischverzehr in China getötet werden? Zum einen gibt es Hundefarmen, die ausschließlich als Fleischlieferanten züchten.

Transporter mit Hunden in China
Transport von gefangenen Hunden in China

Eine große Zahl der Tiere wird aber auch gestohlen, mit Giftpfeilen betäubt oder brutal niedergeknüppelt. Auf weitere Einzelheiten oder gar Fotos dieser Art des Tötens oder der bereits getöteten Tiere wird in diesem Beitrag bewusst verzichtet.

Für die Diebe ist es jedenfalls ein finanziell einträgliches Geschäft.

Der Verzehr dieser Tiere kann für die Menschen jedoch eine gesundheitliche Gefahr bedeuten. Denn längst nicht alle Hunde sind geimpft und gesund. Ein großes Thema in diesem Zusammenhang ist die Tollwut, die in jedem Jahr einigen Tausend Menschen das Leben kostet.  Zwar kann ein Chinese seinen Hund kostenlos impfen lassen. Dafür ist jedoch zunächst die kostenpflichtige Anmeldung des Tieres erforderlich. Und dafür haben nicht alle Halter das Geld bzw. möchten es sich einfach sparen.
Zudem werden viele Katzen und Hunde nicht kontrolliert in Schlachthäusern getötet sondern direkt im Restaurant. Da bleibt die erforderliche Hygiene schon mal auf der Strecke.

 

Es gibt ein Umdenken
Chinesischer Schopfhund
Chinesischer Schopfhund

Seitdem immer mehr Chinesen Haustiere halten, hat ganz allgemein ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden.
So bekommen die Hunde zum Beispiel bei niedrigen Temperaturen einen passenden Schutz angezogen. Und wohlhabende Hundehalter bringen ihren Vierbeiner gern auch mal zur Pediküre.

In Chengdu ist sogar ein Schwimmbad vorhanden – extra für Hunde.

Einen Hund essen?!? Für diese chinesischen Tierfreunde einfach undenkbar…

Immer mehr Tierschützer treten auf den Plan

Inzwischen gibt es fast 200 Organisationen, die sich im Tierschutz engagieren. Durch spektakuläre Aktionen und Aufklärungskampagnen versuchen sie, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.
Im letzten Jahr wurde ein Gesetz vorgeschlagen, das Grausamkeiten gegenüber Tieren unter Strafe stellen soll. Doch die Tierschützer haben bei den Politikern einen schweren Stand. Diese sehen nämlich durch die Aufdeckung von Tierquälereien das Ansehen Chinas gefährdet.

Da aber immer mehr Chinesen Empathie für ihre Tiere entwickeln, werden auch die Politiker ihre Einstellung ändern müssen.

Und noch eine kleine Anmerkung zum Schluss:

Bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden auch in Deutschland Hunde zum Verzehr geschlachtet. Die Schlachtung unterlag hier der gesetzlichen Fleischbeschau. Ein offizielles Verbot der Hundeschlachtung besteht bei uns erst seit 1986 (!).

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