Ein Hunde - ABC
Geliebte Rasselbande

Zum Thema Hunderassen findet man zahlreiche Bücher – mal mehr, mal weniger gut geschrieben. Ganz eindeutig in die erste Kategorie fällt das Buch Geliebte Rasselbande von Hannelore Nics, erschienen im Mariposa Verlag.

Viele werden die Autorin durch ihre Geschichten und Gedichte über ihren Hund Merlin kennen. Dieser aufgeweckte Vierbeiner, der nicht gerade an mangelndem Selbstbewußtsein leidet, erzählt darin in höchst amüsanter Weise aus seinem Alltag.
Auf die Autorin aufmerksam geworden bin ich durch ihr Gedicht Do you speak „Kätzisch“? Darin berichtet Merlin von der Zumutung seines Frauchens, sein Zuhause plötzlich mit zwei Stubentigern teilen zu müssen.
Hannelore Nics lebt in der Nähe von Wien und verfügt über pädagogische und journalistische Erfahrungen, die ihr sicher auch beim Schreiben gelegentlich nützlich sind. Zu ihren Lieblingsthemen gehören Tiere und hier wiederum vor allem Hunde.

In ihrem neuen Buch erzählt sie nun gekonnt in Reimform über 32 Rassehunde von A wie Akita bis Z wie Zwergspitz. In gewohnt locker flockiger Art beschreibt sie die typischen Eigenschaften eines jeden Hundes. Anschließend gibt es zu jeder Rasse unter dem Punkt Interessantes zum… allgemeine wissenswerte Informationen. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Groß- und Mittelspitz auf der „roten Liste“ der Weltnaturschutzunion IUCN steht, die Auskunft über bedrohte Tier und Pflanzenarten gibt? Oder dass der Kangal – als türkischer Nationalhund – auf einer Münze und zwei Briefmarken abgebildet ist? Und dass Kanki, ein stilisierter Kangal-Welpe, 2013 das offizielle Maskottchen der in der Türkei ausgetragenen Fifa U-20-Fußball-Weltmeisterschaft war?

Bernhardiner

Abgerundet werden die einzelnen Beiträge durch eine treffende Zeichnung des jeweiligen Hundes.

Zum Abschluss noch ein Tipp. Es muss als Gastgeschenk nicht immer der übliche Blumenstrauß oder die gern gegebene Flasche Wein sein. Wenn Ihr Gastgeber ein Hundefreund ist, bringen Sie ihm doch zur Abwechslung  einmal dieses Buch mit. Er wird sich freuen, ein individuelles Geschenk von Ihnen zu erhalten. Denn schon die Schriftstellerin Thyde Monnier hat  einmal gesagt: „Ein Gastgeschenk ist genau so viel wert wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist.“

 

  • Zwei gescheiterte Existenzen treffen sich. Mann mit Hund.

    Eine bekannte Redewendung lautet: Viele Wege führen nach Rom. Als Abwandlung könnte man auch sagen: …oder zum Hund. Für ein Kind ist es fast immer der Wunsch, unbedingt einen Hund zu wollen, der es ans Ziel führt. So die Eltern (und die Gegebenheiten) denn mitspielen. Bei Erwachsenen hingegen sieht es oft anders aus. Zufall, Schicksal, Fügung – wer kann das schon so genau sagen?   Zwei gescheiterte Existenzen treffen sich … … im Treppenhaus des zweiten Stocks eines Hauses in der Schnellstraße in Hamburg-Altona. Du warst knapp zwölf Wochen alt, aber konntest schon sehr laut wimmern und jammern. Niemand in diesem Haus wollte dich aufnehmen. In jeder Wohnung eine Katze … Und ich? Wollte eigentlich keinen Hund mehr. Zwei Stunden später kam ich vom fünften Stock die Treppe hinunter und du kamst mir im dritten Stock freundlich wedelnd und winselnd entgegen. Ich hockte mich zu dir hin, streichelte dich, sprach leise mit dir und spürte deine Zunge in meinem Gesicht. Deine braunen Augen, so leuchtend und lebendig, aber auch so traurig. Ich konnte dir nicht widerstehen. Mit einem gespendeten roten Bindfaden als Hundeleine zogen wir beide los zum S-Bahnhof Holstenstraße. Zwei gescheiterte Existenzen. Deine Menschen hatten dich offenbar zu Beginn der Frühjahrsferien im März 1977 rausgeschmissen, wohl, weil du nicht mit den kleinen Kindern zurechtkamst oder sie nicht mit dir. Und ich? War gerade drei Wochen vorher, am 10. Februar 1977, aus dem Schuldienst geflogen und hatte jetzt viel Zeit. Auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft? Beim Umsteigen im Hauptbahnhof Anruf bei Angelika, um deine Ankunft anzukündigen. „Hast du was dagegen?“ „Nein, bring ihn mit, den kleinen Hund.“ Einen Tag lang solltest du nur bleiben, dann ab ins Tierheim in die Süderstraße. So redete ich es mir ein. Doch es kam anders. Weissenhof lla in Hamburg-Farmsen – das sollte deine zweite Heimat werden, kleiner Blacky. Als wir ankamen, hattest du riesigen Durst und Hunger. Zwei große Schüsseln Wasser wurden von dir ausgeschlabbert. Und dann verdrücktest du ein Leberwurstbrot nach dem anderen! Anschließend hautest du dich in eine Ecke, rolltest dich zusammen und schliefst bis zum Morgen durch. Vom Tierheim Süderstraße redete niemand mehr, eine neue Leine wurde gekauft – und Spielzeug. Zunächst noch zögernd und etwas unsicher konnte auch Angelika deinem Charme nicht widerstehen. © Volker Diel erschienen im Mariposa-Verlag (Bücher für tierliebe Menschen)  

Cartoons von Olaf NeumannFutter - Cartoon von Olaf Neumann
Dick - Cartoon von Olaf Neumann
Zwei Hunde stemmen sich gehen das Rausgehen bei Regen
Hunde liegen bei ihren Menschen im Bett
Cartoon Schoßhund
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