Aus Ronnies Tagebuch
Türen öffnen? Wir schaffen das!

Ronny im Tagebuch
Es scheint eine typisch weibliche Eigenschaft zu sein, dieses Öffnen der verschiedensten Türen. Denn ich kann das nicht. Aber Kira sieht da kein Problem. Türen öffnen? Wir schaffen das!
Meine Jassi war darin auch schon perfekt. Allerdings machte sie nur im Haus davon Gebrauch und auch das nur anfangs. Später saß sie vor der entsprechenden Tür, „gurrte“ auf ihre ganz eigene Art und wartete, bis unsere Zweibeiner ihr diese Tür öffneten.

Hier höre ich schon alle Hundeausbilder entsetzt aufstöhnen: Groooßer Fehler! Habe ich ihnen auch gesagt. Leute, hab ich gesagt, wollt ihr denn ihre Bequemlichkeit auch noch unterstützen? Aber unsere Menschen sahen das nicht so eng. Überhaupt machen sie wahrscheinlich jede Menge Fehler im Umgang mit uns, weil sie sich nur selten nach den Lehrbüchern richten sondern viel mehr nach ihrem Bauchgefühl. Es gibt ein paar Dinge, die sind strikt tabu. Dazu gehören z.B. das Bett und das Betteln am Tisch. Aber über vieles andere lassen sie mit sich reden. Vor allem ich diskutiere ja sehr gern mit ihnen. Natürlich gewinnen sie letztendlich jede Diskussion, mal früher, mal später – je nachdem, wie sie Lust und Zeit haben. Aber mir bleibt wenigstens das Gefühl: Gut, daß wir mal drüber gesprochen haben.
Und bis jetzt hat noch keiner von uns Vierbeinern ernsthaft versucht, den Rudelchef zu spielen. Uns gefällt unser Leben so wie es ist.

Zurück zum Thema

Aber eigentlich wollte ich ja über Kiras Hobby, das Türöffnen, erzählen. Damit hat sie schon ihre Pflegefamilie erfreut, und auch bei uns war sie darin anfangs aktiv. In der letzten Zeit jedoch hat sie keinen Versuch mehr gestartet. Dennoch schließen die Dosenöffner fast immer die Haustür hinter sich ab – Betonung auf „fast“. Am Sonntag wollte Christa nur mal schnell was aus dem Auto holen, und da der Boss im Haus war, schloss sie diesmal die Tür nicht ab. Denn Kira liebt unseren Boss heiß und innig und hält sich gern in seiner Nähe auf. Was Christa manchmal ein bisschen nervt. Schließlich gibt sie uns Futter, geht mit uns raus, kümmert sich überhaupt sehr viel um uns – und Kira liebt sie dafür auch sehr. Aber den Boss halt eben doch noch etwas mehr.
Darauf vertraute Christa also und zog die Haustür nur ins Schloss, ohne den Schlüssel umzudrehen. Ach, dass der Mensch so häufig irrt…
Just heute entschied sich Kira nämlich mal für ihr Frauchen, öffnete die Haustür und spazierte die Einfahrt hinunter.

Und dann begann das Spiel

Natürlich ließ sie sich nicht von Christa ans Halsband nehmen sondern schlug einen ihrer berühmten Haken. Noch sah unsere Dosenöffnerin kein ernsthaftes Problem. Sie öffnete den Kofferraum des Wagens und dachte, Kira würde hineinspringen. Das hatte bisher zweimal geklappt. Nicht jedoch heute. Kira machte sich einen Spaß daraus, ganz dicht an Christa heranzukommen und im letzten Moment abzudrehen.

Aber es gibt ja noch Plan B

Also trat Plan B in Kraft: mit Leckerchen heranlocken. Christa wartete im Hausflur, die Hand voller Trockenfutter. Das interessierte Kira nun so überhaupt nicht. Aber den Ochsenziemer, den hätte sie gern gehabt. Und schon hatte sie diesen Wunsch in die Tat umgesetzt. Christa hatte einen Moment nicht aufgepasst, und da hatte Kira ihn ihr schon aus der Hand gezogen. Super ausgetrickst, ich war begeistert. Wirkte aber nicht, denn Kira gab mir trotzdem nichts ab.
Und jedesmal, wenn die Zweibeiner sich ihr näherten, verzog sie sich samt Ochsenziemer in eine andere Ecke des Gartens. Zum Glück blieb sie aber auf dem Grundstück und hielt Sichtkontakt. Sobald die Zweibeiner aus ihrem Gesichtsfeld verschwunden waren, lief sie in gebührendem Abstand hinterher.

Endlich, als sie das Teil fast ganz verspeist hatte, nahte die Rettung. Und zwar in Gestalt einer Huskyhündin aus der Nachbarschaft. Deren Frauchen hatte die Situation erkannt und reagierte blitzschnell. Kira lief zur Begrüßung auf die Straße, und schon hatte die fremde Zweibeinerin sie am Halsband und hielt sie fest.

Kira ist sauer.

Mein kleiner Sonnenschein protestierte zwar, aber das nutzte ihr nichts mehr. Das normale Rudelleben hatte sie wieder.

 

 

 

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